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2019-05-27

15 Jahre Freundschaft mit der EU: Offensichtliche Vorteile und Inspirationen für weitere Entwicklungen

27 Mai 2019

Eine wachsende Produktion, das Streben nach Innovation und verantwortungsvolle Unternehmensvertreter – dies sind nur ein paar der Vorteile in der Freien Wirtschaftszone Klaipėda, die von der Mitgliedschaft in der Europäischen Union inspiriert wurden. Nachdem vor 15 Jahren die Türen geöffnet wurden, half Europa den in der Hafenstadt Klaipėda ansässigen Unternehmen bei ihrem Wachstum sowie der Verteilung von Produkten durch das alte Europa und über die Grenzen hinaus.

“Es ist vermutlich nur ein Zufall, dass unser erstes PET-Granulat nach dem Beitritt Litauens in die Europäische Union hergestellt wurde. Unsere erste Produktionslinie wurde 2005 in Betrieb genommen“, erinnert sich Ruslanas Radajevas, Geschäftsführer der Neo Group. „So konnten wir den Endexport unserer Produkte in die Märkte der europäischen Länder entwickeln, die notwendigen Normen einrichten und sicherstellen, dass wir die Richtlinien der guten Fertigungspraktiken befolgen. Schließlich konnten wir eine größere Welt vor uns sehen und die verfügbaren Optionen ausnutzen.“

Die Eröffnung zur richtigen Zeit ermöglichte es dem Unternehmen, die Unterstützung durch EU-Fonds zu nutzen, welche stark zu dem Erfolg beigetragen haben: Wissenschafts- und Forschungsprojekte wurden ausgeweitet, CO2-Emissionen im Herstellungsverfahren wurden maßgeblich reduziert, indem Gas als Kraftstoff durch Biokraftstoffe ersetzt wurde. Das Unternehmen strebt auch ständig an, die Menge an im Herstellungsprozess verwendeten Strom aus erneuerbaren Quellen zu erhöhen.

Umweltbelange bei den Aktivitäten des Unternehmens bleiben weiterhin eine Priorität. Neben ihrer Teilnahme an zirkulären Projekten für Wirtschaftsentwicklung und dem Horizon 2020-Programm, das von der Europäischen Kommission unterstützt wird, fördert die Neo Group auch das Sammeln und Recycling von Plastikabfällen und arbeitet daran, die eingesetzten Ressourcen und den Verbrauch innerhalb ihrer Fertigungsprozesse (Strom, Materialien, Wasser, etc.) zu optimieren.

“Wir können mit Sicherheit sagen, dass uns unsere Mitgliedschaft in der EU dazu bringt, innovativ, sozial verantwortlich und effektiv zu arbeiten. Sie repräsentiert unsere Unternehmenswerte direkt und treibt uns voran“, so der Geschäftsführer der Neo Group.

Mitglieder der Europäischen Union waren der wichtigste Zielmarkt für die Produkte des Unternehmens. Circa 50-60% der Produktion werden in EU-Länder exportiert, 20-25% bleiben in Litauen. Man könnte damit also sagen, dass 90% der gesamten Produktion der Neo Group in die Länder der Europäischen Union geht.

Nach der Erweiterung der Produktionskapazitäten vom letzten Jahr wurde die Neo Group zur größten Fabrik für PET-Granulat in der Europäischen Union.

“Kommunikation, Zusammenarbeit und Einigung. Nur mit Zusammenarbeit ist es möglich, die besten Ergebnisse im sozialen und wirtschaftlichen Bereich zu erzielen. Wenn wir ein gemeinsames Ziel sehen und die gleichen Vision anstreben, so sind wir bereit für jede Herausforderung. So arbeiten wir und so wünschen wir es der EU“, erzählt R. Radajevas.

Der Wunsch, Wirtschaftskriege zu vermeiden
Vitalijus Žuta, Geschäftsführer von Fortum Heat Lietuva, eines der Unternehmen in der Freien Wirtschaftszone Klaipėda, sagt, dass obwohl sein Unternehmen nur direkte Geschäftsinteressen innerhalb der Grenzen Litauens habe, die Mitgliedschaft der EU eine größere Unternehmensstabilität gewährleiste.

„Litauen ist Mitglied der Europäischen Union, wodurch wir alle für EU-Mitglieder geltenden Gesetze einzuhalten haben, genauso wie die restlichen Unternehmen der Region. Das ermöglicht es uns, unsere Aktivitäten zu planen, da wir wissen, dass zwar Veränderungen in der lokalen Regierung oder auch politische Skandale vorkommen können, die wichtigsten Geschäftsregeln aber gleich bleiben. Selbst wenn sie sich ändern, so ändern sie sich für alle gleichermaßen“, so V. Žuta, der sich gleichzeitig aber weniger Regulierung und mehr freien Markt in Europa wünscht.

Der Hauptteil der Geschäfte von Vingės logistika wird ebenso in Litauen abgeschlossen. Laut dem Geschäftsführer, Algimantas Bluškis, bringe die Mitgliedschaft in der Union einige Vorteile aus menschlicher Sicht, da sie ebendiesen ermögliche, sich frei zu bewegen.

„Zuallererst würde ich mir Einigkeit und Zusammenarbeit wünschen ebenso wie ein Verständnis zwischen den Mitgliedsstaaten. Vor allem aber würde ich es begrüßen, wenn wir den Wirtschaftskrieg vermeiden könnten, der zwischen Ländern wie den USA und China stattfindet“, wünscht sich A. Bluškis,

Der Wunsch, weiterhin klar zu denken
Die Geschäftsführerin von Retal Baltic, Viktorija Jurevičiūtė, kann eine Vielzahl von Vorteilen für Unternehmen aufzählen, die aus der Mitgliedschaft mit der Europäischen Union hervorgehen. Vor allem sei dies der freie Warenverkehr und ein einheitliches Wettbewerbsumfeld in der gesamten EU-Region.

Laut der Geschäftsführerin erleichterte die Mitgliedschaft in der EU den Verkauf, indem sie einige Zollverfahren abschafft und kürzere Lieferketten zulässt, was wiederum die Lieferzeiten verkürze. Eine gemeinsame Währung reduziere auch das Risiko finanzieller Verluste aufgrund von Währungsschwankungen, die Größe und Vielfalt des Marktes ermögliche es außerdem, eine größere Produktauswahl zu entwickeln, nach neuen Lösungen zu suchen und Innovationen anzuwenden. Es sei auch sehr wichtig, dass jeder den gleichen Qualitätsstandard erreicht.

Retal Baltic arbeite in mehreren EU-Ländern, weshalb die freie Bewegung von Kapital es ermögliche, nach Investitionsmöglichkeiten zu suchen, während es sein bereits bestehendes Unternehmen weiterentwickelt oder Entwicklungsoptionen in anderen EU-Ländern evaluiert.

„Die Freizügigkeit von Menschen und Arbeitskräften ist nicht nur ein Nachteil im Hinblick auf die litauischen Probleme (Auswanderung), sondern auch eine gute Chance, hochqualifizierte Spezialisten durch die Entwicklung neuer Produkte, die Einrichtung innovativer Technologien und die Zusammenarbeit in internationalen Projekten zu gewinnen“, glaubt V. Jurevičiūtė.

Das Unternehmen, welches Plastikdeckel sowie andere Plastikprodukte herstellt, exportiert 80-90% seiner Produktion in EU-Länder. Seit Beginn der Tätigkeit in der freien Wirtschaftszone Klaipėda hat sich der Umsatz des Unternehmens des verdoppelt, der Exportanteil in der EU bleibt jedoch unverändert.

Auf die Frage nach Veränderungen, die sie sich für die EU wünschen würde, weist V. Jurevičiūtė auf die Integrationsprozesse, die um sie herum stattfinden, hin, und wünscht sich, dass die EU-Mitglieder „einen kühlen Kopf bewahren und sich an die Möglichkeiten erinnern, die ihnen die Europäische Union als Mitglieder anbietet.“

„Abbau der Bürokratie und Beschleunigung der Entscheidungsfindung. Erhöhung des freien Kapitalverkehrs, Vereinheitlichung der Anforderungen für alle EU-Länder bezüglich der Beantragung eines Darlehens zur Investition, Gründung oder Entwicklung eines Unternehmens“, wünscht sich die Geschäftsführerin.

Die Eröffnung eines riesigen Marktes
Eimantas Kiudulas, der Geschäftsführer der freien Wirtschaftszone Klaipėda, erzählte, dass bereits im Jahr 2002, als die Zone noch in Kinderschuhen steckte, Litauens Aussicht auf Mitgliedschaft in der EU einer der wichtigsten Faktoren war, um Investoren anzuziehen.

“Zu der Zeit war es für Investoren aus dem Westen ein Zeichen der Qualität, Stabilität und Verlässlichkeit. Das gilt auch bis heute noch, allerdings sind wir diejenigen, die den Wert der EU in den letzten 15 Jahren wirklich verstanden und erlebt haben. Ich spreche nicht nur von der Infrastruktur, die mit bloßem Auge sichtbar ist, sondern auch von den vielfältigen Möglichkeiten für Spezialisten und Studierende, die internationale Erfahrungen sammeln, ihren Horizont erweitern, Verbindungen knüpfen und mit all dem zum Wert ihrer Heimat beitragen wollen“, so E. Kiudulas.

Nach Angaben des litauischen Außenministeriums öffnete sich für litauische Unternehmen mit der Aufnahme in die Europäische Union vor 15 ein riesiger Markt von 500 Millionen Menschen. Seit dem Beitritt erhielt das Land 36 Milliarden LT (ca. 10,4 Milliarden EUR) an Finanzhilfen. Die effektive Nutzung der EU-Fonds ermöglichte ein schnelleres Wirtschaftswachstum und die Schaffung neuer Arbeitsplätze: Bevor Litauen der EU beitrat, betrug das BIP nur 46% des EU-Durschnitts, 2011 erreichte es 62%, 2014 sogar 75%.

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