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2019-04-26

Geschwindigkeit ist die wertvollste Währung

26 Apr 2019

Mehr als 30 Investoren aus unterschiedlichen Ländern an einem einzigen Ort, fast fünfeinhalbtausend Mitarbeiter und ein Jahresumsatz von einer Milliarde Euro. So lässt sich die größte Geschäftswelt in Westlitauen, der Freien Wirtschaftszone Klaipėda (FEZ), wohl am besten beschreiben. Heute ist sie eine der wichtigsten Geschäftsadern der Region, in der zahlreich Produkte, Dienstleistungen, Jobs, Einkommen und einzigartige Erfahrungen fließen. 15min.lt, eine große litauische Nachrichtenseite, berichtet.

FEZ Klaipėda – die größte in ganz Litauen

Eine freie Wirtschaftszone ist ein Ort, an dem spezielle, oftmals vorteilhafte, rechtliche und steuerliche Vorschriften gelten. Der CEO der freien Wirtschaftszone Klaipėda, Eimantas Kiudulas, erklärt, dass das Hauptinstrument zur Steuererleichterung für Investoren in der litauischen Freien Wirtschaftszone der Nulltarif für die Körperschaftssteuer während der ersten 10 Jahre des Betriebs (ebenso wie ein reduzierter Tarif für sechs weitere Monate) sowie Nulltarife in der Grundsteuer sei. „Normalerweise werden in der globalen Praxis freie Wirtschaftszonen eingerichtet, um die ökonomische Aktivität in einer bestimmten Stadt, Region oder sogar einem ganzen Land zu fördern, indem Investoren aus dem Ausland angeworben werden“, sagt er.

Die freie Wirtschaftszone Klaipėda ist die älteste und größte freie Wirtschaftszone Litauens, gegründet im Jahr 2002. Sie gilt als erfolgreichstes Beispiel ihrer Art im Baltikum. Laut E. Kiudulas bestimmten Faktoren wie die Tatsache, dass es die erste FEZ in Litauen überhaupt war, die Qualität, die Infrastruktur, die Nähe zum einzigen Hafen in Litauen, die reiche Produktionsgeschichte in Klaipėda sowie der glückliche Zeitpunkt der Aufnahme Litauens in die Europäische Union den starken Start dieser FEZ von Anfang an. In den ersten Betriebsjahren haben sich weltweit führende Kunststoffunternehmen Retal und Indorama, Yazaki, Marktführer in der Belieferung der japanischen Automobilindustrie, sowie Unternehmen wie Mestilla, Espersen und andere in der FEZ Klaipėda niedergelassen. „Eine starke und durchgehend wachsende Gemeinde aus Führungskräften wie diese sowie eine sich ständig verbessernde Infrastruktur haben anschließend eine Vielzahl anderer bedeutender Investoren angezogen“, so der CEO der FEZ Klaipėda.

Weltweit anerkannt

Die freie Wirtschaftszone Klaipėda zählte zu den ersten, die mit dem Quick Launch Award ausgezeichnet wurden. FDI Intelligence, ein einflussreicher Herausgeber der Financial Times Group, würdigte die FEZ Klaipėda in seiner jährlichen Global Free Zones of the Year Bewertung für das von ihnen angebotene Quick Launch Paket (zu dt. Schnellstart). Dieses Paket beinhaltet die Möglichkeit, bereits gebaute Produktionsflächen, Büros und Lagerräume zu mieten, die Chance, in Grundstücke mit vorab angenommenen Baugenehmigungen zu investieren sowie den Zugang zu einer Vielzahl von in Klaipėda verfügbaren Gebäuden, Technologien, Personal und anderen in Klaipėda vorhandenen Branchen, die für eine schnelle Unternehmensgründung nützlich sein könnten.

„Das allgemeine Quick Launch Paket wird schon seit einigen Jahren von der freien Wirtschaftszone Klaipėda angeboten“, so E. Kiudulas. „Je nach Bedarf des spezifischen Investors kann dies ein Stück Land mit bereits fertigem Fabrikprojekt, ein Angebot einer bereits vorhandenen Produktionsstätte zur Miete, oder Hilfe und Beratung von unseren Partnern beinhalten. All das kann dem Investor eine Menge Zeit sparen, von mehreren Monaten bis hin zu fast zwei Jahren.“ Dennoch gibt E. Kiudulas zu, dass der Hauptgrund, warum die FEZ Klaipėda mit dem Quick Launch Award ausgezeichnet wurde, das FlexStart-Projekt war. Dabei handelt es sich um ein 7.500 Quadratmeter großes Produktionsgebäude mit Mietfläche, das innerhalb kürzester Zeit (1-3 Monate) an die individuellen Bedürfnisse eines bestimmten Kunden angepasst werden kann. „Wenn der Bau einer Fabrik auf einer leeren Fläche ca. 1-3 Jahre dauert und die Renovierung einer alten Produktionsstätte 6-12 Monate einnehmen kann, so ermöglicht FlexStart es Investoren, die Fläche an ihre persönlichen Bedürfnisse anzupassen und die Produktion innerhalb von 2-3 Monaten ab dem Tag der Unterzeichnung zu beginnen“, so E. Kiudulas. „Nach unserer Einschätzung ist dies eine einzigartige Gelegenheit und eine wunderbare Lösung für Investoren aus allen Regionen des Baltikums.

Laut E. Kiudulas ist die Startgeschwindigkeit das Wichtigste für Investoren. „Wir leben in einer wettbewerbsorientieren Welt, die sich schnell verändern kann. Neue Technologien und Gelegenheiten tauchen auf und entwickeln sich unglaublich schnell. In so einer Welt ist Geschwindigkeit ein kostbares Gut: Investoren wollen neue Geschäftsideen so schnell wie möglich ausprobieren“, erklärt E. Kiudulas. „Wir sehen auch, dass obwohl immer mehr Fertigungsprojekte auf den Markt kommen, deren Umfang immer kleiner wird. Für einen modernen Investoren ist der Zeitraum von einem halben oder sogar ganzen Jahr bis zur Markteinführung wichtiger als Steuererleichterungen oder Löhne.“

Nach Aussagen von E. Kiudulas hätten sie sich zwar sehr über die Auszeichnung von der Financial Times gefreut und Investoren würden so auch mehr über die FEZ Klaipėda erfahren, jedoch ist die echte Gelegenheit für einen Schnellstart noch viel wichtiger. „Die Ergebnisse von FlexStart können für sich selbst sprechen und davon überzeugen, dass das Projekt ein Erfolg ist: Fast der gesamte Bereich war bereits reserviert, während die Gebäude noch gebaut wurden. Zu dem Zeitpunkt hatten wir stark über die Option nachgedacht, eventuell ein zweites FlexStart-Gebäude anzufangen.“

Fast jedes Unternehmen ist ein Beispiel für Erfolg

E. Kiudulas erklärt, dass im Wesentlichen alle Unternehmen der FEZ Klaipėda im Laufe des letzten Jahres gewachsen ist und gute Ergebnisse vorzeige konnte. „ Die gesamte FEZ Klaipėda sollte als Erfolg eingestuft werden“, sagt er. „Immerhin haben mehr als die Hälfte der Unternehmen in der Zone ihre ursprünglichen Investitionspläne übertroffen und weitere Expansionsprojekte abgeschlossen.“

Manche Unternehmen gehen darüber sogar noch hinaus. So ist Yazaki zum Beispiel eine vorbildliche Fabrik in der gesamten japanischen Gruppe, was wiederum zu Besuchen von Vertretern anderer Teile der Gruppe führt, um wertvolle Erfahrung zu sammeln. Als ob dies nicht genug wäre, stellt das Yazaki Werk in Klaipėda nicht nur Kabel und deren Sets her, sondern entwickelt auch neue Konzepte für die Produktherstellung, die später in anderen Ländern angepasst werden.

Die Geschichte von Indorama ist genauso beeindruckend. Vor 15 Jahren war dies die erste Greenfield Investition von diesem globalen Kunststoffriesen außerhalb von Asien. Heute ist Indorama der größte PET-Hersteller weltweit und die Klaipėda Stätte ist führend in Effektivitätslösungen für die gesamte Indorama Gruppe.

Wieder ein anderes Unternehmen, die Neo Group, ist nach einem Erweiterungsprojekt zur größten Produktionsstätte für PET-Granulate in ganz Europa mit nur einem Standort geworden.

Weiterhin attraktiv für Investoren

Laut E. Kiudulas habe jeder Investor seine eigenen Bedürfnisse. „ Internationale Investoren schauen oftmals zuerst auf die Region, dann das Land und werten dann bestimmte Städte und freie Wirtschaftszonen aus. Die FEZ Klaipėda ist jedoch aufgrund ihrer Nähe zum nördlichsten eisfreien Hafen im Baltikum etwas Besonderes in Litauen und der gesamten Region, so dass man in 1-2 Tagen alle wichtigen westeuropäischen Märkte erreichen kann. Ebenso ist sie etwas Besonderes wegen ihres marktführenden Schnellstartprogramms, ihrer abwechslungsreichen und ausgezeichnet entwickelten Verkehrsinfrastruktur, der größten und aktivsten Investorengemeinschaft, erfahrenen und talentierten Spezialisten in den Bereichen Engineering, Kunststoff, Elektronik und Logistik vor Ort, sowie einem erfahrenen Management der FEZ“, so der Geschäftsführer der größten FEZ des Landes.

Investoren werden auch weiterhin an den Gelegenheiten der Niederlassung in der FEZ Klaipėda interessiert sein. „Wir sind am attraktivsten und sind am meisten beteiligt an Unternehmen für Leichtbau, Elektronikbauteile, Lebensmittelverarbeitung, Kunststoffherstellung sowie im Wesentlichen an Unternehmen aus allen Sektoren, wenn diese Interesse an den Schnellstartoptionen haben“, erzählt E. Kiudulas. „Uns ist bewusst, dass die an unserer FEZ interessierten Unternehmen stetig moderner und leichter werden. Vor 20 Jahren haben wir mit Plastik angefangen, heute beschäftigen wir uns mit elektrischem Transport oder der Herstellung entsprechender Bestandteile. Selbst ‚schwerere‘ Industrien beginnen mit dem Aufbau von Laboren sowie Forschungs- und Verbesserungszentren.“

Wertschöpfung durch Herausforderungen

Laut dem CEO der FEZ Klaipėda beschäftigen die Zone und ihre Unternehmen 1 in 20 Einwohner in Klaipėda im arbeitsfähigen Alter. „Gemessen an der Anzahl der Mitarbeiter, die wir alleine beschäftigen, sind wir die größte Geschäftsgemeinde und Schaffer von Arbeitsplätzen in Westlitauen“, sagt er. „Die an der FEZ beteiligten Unternehmen kaufen Produkte und Dienstleistungen im Wert von 200 Millionen EUR pro Jahr und zahlen mehrere Millionen an verschiedenen Steuern sowie Mehrwertsteuer. Entsprechend sind wir ein enormer Arbeitgeber, Steuerzahler und Kunde für andere Unternehmen in der Klaipėda Region sowie in Litauen in seiner Gesamtheit.“

Kiudulas ist davon überzeugt, dass eine weitere Facette des Nutzens der FEZ Klaipėda für die Region die Erfahrung ist, welche die Investoren zurücklassen. „Die FEZ Klaipėda zieht weltweit führende Unternehmen an. Die Menschen in Klaipėda, die für diese Unternehmen arbeiten, entwickeln die kompliziertesten Produkte, Abläufe und Technologien, nehmen an weltweiten Verhandlungen und Verkaufsprozessen teil und erstellen sowie betreuen preisgekrönte Betriebsschemata und Systeme. Die Menschen, die all dies machen, behalten am Ende vor allem die Erfahrung. Mit Fachwissen und Erfahrung wie dieser heben sich die Menschen aus unserer Stadt von der Masse ab und stellen wertvollere Spezialisten für Unternehmen dar. Sie können all dies nutzen, wenn sie irgendwann selbst ein Unternehmen gründen und ihre Freunde ermutigen, es ihnen gleichzutun“, so der Geschäftsführer der freien Wirtschaftszone.

Trotz der enormen Wertschöpfung steht die FEZ Klaipėda vor Herausforderungen. Eines der größten Hindernisse – Das Schaffen eines Umfeldes für eine wachstumsstarke Geschäftsentwicklung in Klaipėda. „Jedes Jahr verliert Litauen seinen Arbeitskostenvorteil, so dass Investoren, die Gehaltseinsparungen anstreben, schon seit längerer Zeit andere Länder anpeilen. Der Versuch, Investoren für ein teureres Land zu interessieren und sie dort zu halten bedarf einer höheren Wertschöpfung. Normalerweise wird dieser Wert durch qualifizierte Arbeit geschaffen, durch die Produktion neuer Produkte, Technologien, Herstellungsprozesse, Schemata und Designs“, erklärt E. Kiudulas.

Gemäß dem Geschäftsführer habe die FEZ Klaipėda ein paar wunderbare Beispiele für „reine Produktionsunternehmen“, die später ihre Forschungszentren und Labore hier ansiedelten, jedoch wäre es schön, wenn dieses Phänomen sich weiter ausbreite. „Wir müssen die Komplexität dieses Problems angehen: Es gilt, hochqualifizierte Spezialisten weiterzuentwickeln. Nach dem Erreichen des benötigen Levels müssen sie sich auf irgendeine Art wünschen, weiterhin in Klaipėda zu leben“, so E. Kiudulas. „Wir kommunizieren und arbeiten stetig mit Hochschulen und der lokalen Regierung zusammen und wir denken, dass es notwendig ist, sowohl den Ausbildungssektor als auch die akademische Gemeinde zu stärken, ebenso wie die Infrastruktur, welche die Lebensqualität in der Stadt bestimmt.“

(Quelle:15min.lt)

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