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2019-05-20

Inbetriebnahme litauischer Elektrobusse zum Ende des Sommers

20 Mai 2019

Zum Ende des Sommers sollen die ersten zwei litauischen Elektrobusse Dancer in Klaipėda in Betrieb genommen werden. Das Herstellungsunternehmen, Vejo projektai, habe die Fertigung fast abgeschlossen, während der Klaipėda Bus Park auf die Finanzierung warte. Diese sei für diesen Monat geplant, berichtet Verslo zinios.

Die Stadtverwaltung von Klaipėda wird voraussichtlich Ende Mai ein Projekt besprechen, welches das Aktienkapital des Klaipėda Bus Park um 665.000 EUR erhöhen würde. Das Unternehmen plant, dieses Geld für zwei Dancer-Elektrobusse auszugeben.

Der Klaipėda Bus Park und Vejo projektai haben den Erwerbsvertrag für die zwei Busse im Februar 2018 unterzeichnet. Die Stadt Klaipėda hat außerdem einen Vorschuss in Höhe von 35.000 EUR, 5 % des Gesamtauftragswertes, überwiesen, versäumte es aber, das Geld für den Restbetrag zu übernehmen.

Laut Projektdokumentation der Kapitalerhöhung für den Klaipėda Bus Park zahlt das Unternehmen 350.000 EUR (ohne Mehrwertsteuer) pro Dancer-Bus. Der Preis ist vergleichbar mit dem von konkurrierenden Elektrobusherstellern. So bezahlte die Gemeinde Vilnius dem türkischen Bushersteller Karsan Otomotic Sanayii ve Ticaret A.S. 1.5 Millionen EUR für 5 kleinere Elektrobusse.

Erster registrierter Elektrobus

Alvydas Naujekas, Geschäftsführer und Aktionär bei Vejo projektai, erzählte Verslo zinios, dass bei beiden Elektrobussen das Herstellungsverfahren fast abgeschlossen sei und diese bereits zum Ende des Sommers auf den Straßen eingesetzt werden könnten. Beide Personenfahrzeuge seien zertifiziert, einer von beiden bereits bei Regitra registriert worden. Übrigens war es der erste Elektrobus der Klasse M3, der in Litauen registriert wurde.

Vejo projektai hat sich vorerst in der flexiblen Produktionsstätte FlexStart in der Freizone Klaipėda niedergelassen; Das Unternehmen hat jedoch mit dem Bau einer eigenen Stätte in der Nähe begonnen und hofft, bis Ende des Jahres dort einziehen zu können. 7 Mio. EUR werden für den Bau der ersten Ebene der Fabrik erwartet.

„Beide Busse werden aktuell zusammengebaut, sind aber fast fertig, es gibt – wenn überhaupt – kaum noch etwas zu tun. Wir haben einen großen Raum, etwas kleiner als optimal, aber der Grundstein für unsere eigene Produktionsstätte ist gelegt“, so A. Naujėkas.

Vor ein paar Jahren redete der Geschäftsmann im Gespräch mit Verslo zinios über den Traum, 500 Dancer-Busse im Jahr herzustellen; heute spricht er allerdings eher von Zehnerserien.

„Wir bauen gerade eher so etwas wie ein Fertigungslabor, keine reine Fabrik. Dort werden wir auch Herstellungsexperimente durchführen können. Bisher sprechen wir eher über zehn als hundert Busse“, so A. Naujėkas.

Er versichert, dass „Unternehmen zwar meistens hohe Ambitionen haben, allerdings ein Spatz in der Hand immer noch besser als eine Taube auf dem Dach ist.“

„Die Realität hat uns gezeigt, dass wir ein Cluster für Fertigungskomponenten bilden müssen, was wir in Litauen auch schon erfolgreich tun. Wir haben einige Prozesse aus Dänemark, den Niederlanden und Deutschland nach Litauen verlagert. Unsere Partner haben mit der Organisation der Teilefertigung in Litauen begonnen, nicht nur in der freien Wirtschafszone Klaipėda sondern auch im Rest des Landes – Verbundwerkstoffe, Metallkonstruktionen, die Herstellung von Autokabeln, all das wird in Litauen durchgeführt. Leider waren bisher die Versuche, Fenster in Litauen herzustellen, ohne Erfolg. Nichtsdestotrotz wird eine Vielzahl der Bestandteile in Litauen produziert“, erzählt A. Naujėkas.

Unter den Vejo projektai-Lieferanten sind Devold AMT, ein Glasfaserproduzent aus Kuršėnai und Yazaki Wiring Technologies Lietuva, welches elektronische Leitungsnetze herstellt.

Derzeit ohne Konkurrenz

Laut Herrn Naujėkas ließe sich momentan kaum über Wettbewerb im Bereich der Elektrobusherstellung sprechen, da weder kleine noch große Hersteller mit der Massenproduktion begonnen hätten.

„Außer natürlich China. Allerdings sind die chinesischen Hersteller momentan damit beschäftigt, die Inlandsnachfrage zu decken, nach meiner Erwartung könnte es also noch 3-4 Jahre dauern, bevor sie den Export ihrer Busse in Betracht ziehen. Die ersten Exporte nach Europa werden wahrscheinlich von den großen Herstellern wie Volvo und VDL, die ihre Busse in China produzieren lassen, sein. Aber selbst dann werden wohl noch einige Jahre vergehen, bevor es Anlass zur Sorge gibt“, prognostiziert der Geschäftsführer von Vejo projektai.

Laut A. Naujėkas sei der Markt noch von Dieselbussen dominiert; nichtsdestotrotz gebe es einen starken Trend in den größten europäischen Städten, deren Gebrauch zu reduzieren und stattdessen Gashybride einzusetzen, während die Entwicklung von Elektrobussen im Auge behalten würde.

„Wir können das also keinen Wettbewerb nennen, da die Nachfrage riesig und das Angebot winzig ist. Jetzt ist die beste Zeit, die Massenproduktion zu starten. Im Laufe des Jahres werden wir versuchen, eine Reihe an Bussen herzustellen. Ich kann jetzt allerdings noch nicht genau sagen, wie viele es sein werden“, so A. Naujėkas

(Quelle: Verslo zinios)

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