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2019-04-30

Invest Lithuania: Die Zukunft der freien Wirtschaftszone gehört den Plug & Play-Lösungen sowie rekordverdächtigen Startgeschwindigkeiten

30 Apr 2019

„Wir wollen, dass zukünftig der Hauptvorteil der Freien Wirtschaftszonen in Litauen in den Plug & Play- Lösungen (zu dt. sofort einsatzbereite Lösungen) mit fertigen Grundstücken und der benötigten Infrastruktur liegt, von der Wasserversorgung bis hin zu einer vollständigen Stromversorgung. Die Chance, ein Unternehmen zu gründen und die Produktion in einer rekordverdächtigen Zeit zu starten wäre ein unbestreitbarer Vorteil, wenn es darum geht, mit dem Ausland um Investitionen zu konkurrieren“, erzählt Mantas Katinas, der Geschäftsführer von „Invest Lithuania“, Verslo Žinios, der führenden Wirtschaftstageszeitung Litauens.

Im Jahr 2017 hat das Land von den litauischen Freihandelszonen profitiert. Steuerliche Abschreibungen, Infrastrukturinvestitionen und an Unternehmen ausgezahlte Anreize erreichten einen Betrag von 132 Millionen EUR, während Unternehmen und Mitarbeiter Steuern in Höhe von 356 Millionen EUR zahlten. Invest Lithuania, eine litauische Investitionsagentur, rechnet damit, dass die positiven Auswirkungen der Freien Wirtschaftszonen auf die öffentlichen Finanzen im Zeitraum 2002-2043 6,6-mal größer sein werden als die Investitionen des öffentlichen Sektors und des Steuererleichterungsfonds.

Diese Zahlen stehen in der Rezension der Invest Lithuania mit dem deutschen Titel “Litauische Freihandelszonen in 2019” (Nur auf Litauisch verfügbar)

“Die detaillierte Rezension erlaubt es den Parteien, Aktivitäten der freien Wirtschaftszone mitzuteilen und zu evaluieren, indem sie sicherstellen, dass alle das gleiche Material verwenden“, so Rokas Krivonis, Präsident des Litauischen Verbandes der Freien Wirtschaftszonen (eng. Lithuanian Association of Free Economic Zones).

Im Jahr 2017 waren 52 Unternehmen in litauischen freien Wirtschaftszonen tätig. Diese Unternehmen beschäftigten 5.000 Menschen. Deren Einkommen kam auf 1,24 Milliarden EUR, Exporte auf 75% oder auch 936 Millionen EUR, was 6% des Gesamtwertes aller in Litauen exportierten Waren entspricht. Unternehmen der freien Wirtschaftszone importierten weniger als sie exportierten (676 Millionen EUR), wodurch sich ihre Tätigkeit positiv auf die Handelsbilanz in Litauen ausgewirkt hat.

Im Laufe des Jahres 2017 erwirtschafteten die Unternehmen der freien Wirtschaftszone eine Wertschöpfung von 172 Millionen EUR, was 2,4% der Gesamtsumme der Fertigungsindustrie in Litauen entspricht. Im Jahr 2017 erwirtschaftete ein einziger Mitarbeiter der freien Wirtschaftszone 82.000 EUR an Einkommen als Lieferungskoordinator der litauischen Unternehmen der freien Wirtschaftszone. Zum Vergleich: Ein Mitarbeiter im restlichen Litauen hat in dem gleichen Zeitraum nur 52.000 EUR erwirtschaftet.

„Wir können also sagen, dass fünf Arbeitsplätze in Unternehmen der freien Wirtschaftszone es litauischen Lieferanten ermöglicht hat, acht Arbeitsplätze in ihren eigenen Unternehmen zu schaffen“, berechnet Invest Lithuania.

Die Analyse hat auch gezeigt, dass, obwohl die Freihandelszonen auf dem Gebiet Litauens errichtet wurden, das Durchschnittsgehalt in Unternehmen der freien Wirtschaftszone 9% höher liegt als die aus den hervorgehenden Daten der gesamten litauischen Fertigungsindustrie. Die Produktivität der Mitarbeiter in Unternehmen der freien Wirtschaftszone lag circa bei 36.000 EUR, ein wenig höher als der nationale Durchschnitt in der litauischen Fertigungsindustrie.

Basierend auf Berechnungen haben die Unternehmen der freien Wirtschaftszone seit 2002 1,1 Mio. EUR an Wertschöpfung geschaffen und ab 2005 589 Mio. EUR Gewinn erzielt.

Eimantas Kiudulas, der Geschäftsführer der freien Wirtschaftszone Klaipėda, kommentierte, dass die Maßnahmen zur Steuererleichterung eine reine „Formalität“ seien, etwas, das jeder routinemäßig tut. Diese Maßnahmen würden in allen Nachbarstaaten angeboten und seien ein Weg zum Ausgleich von Wettbewerbsvorteilen. Nichtsdestotrotz scheine Polen in eine interessante Richtung zu gehen, indem es versucht, die mit dem Status der freien Wirtschaftszone verbundenen Steueranreize von bestimmten geographischen Standorten zu trennen, d.h. jedes Gebiet im Land könnte als die freie Wirtschaftszone betrachtet werden.

“Allerdings, in Betracht auf die steigenden Löhne in der Region, blicken ausländische Investoren auf der Suche nach Produktionsflächen auf weitere Faktoren wie z.B. die Belegschaftszahl, deren Qualifikationsniveau, bürokratische Abläufe, die Startgeschwindigkeit, Infrastruktur, das Ökosystem, die Möglichkeiten, nicht nur zu produzieren, sondern auch Forschungsprojekte zu schaffen und zu entwickeln“, so E. Kiudulas.

Bereits seit einiger Zeit bietet die freie Wirtschaftszone Klaipėda schon zusätzliche Dienstleistungen und Gelegenheiten an, um die Realität des modernen Anlagemarktes zu erkennen. So hat die freie Wirtschaftszone Klaipėda zum Beispiel ihr eigenes Geld investiert und im Jahr 2018 FlexStart errichtet, eine 7.500 Quadratmeter große Fertigungsanlage. Der Bereich kann innerhalb von 1-3 Monaten an die Bedürfnisse des Kunden angepasst werden. Diese Lösung fand großen Zuspruch und wurde von fDi Intelligence, einem Unternehmen der Financial Times Group, mit dem ersten Quick Launch Award ausgezeichnet. Der größte Teil der Fläche im ersten FlexStart-Gebäude sei bereits vergeben und sei ernsthaft in Betracht gezogen worden, eine zweite FlexStart-Anlage zu errichten. Abgesehen davon habe das FlexStart-Projekt einige noch viel interessantere Geschäftsoptionen eröffnet, wie beispielsweise die vorübergehende Anmietung von Produktionsflächen, während der Investor noch mit dem Bau seiner eigenen, größeren Fabrik beschäftigt ist.

„Diese Situation hat uns klar gezeigt, dass Geschwindigkeit für moderne Investoren von enormer Bedeutung ist. Wir sind außerdem stolz darauf, deutlich mehr Wertschöpfung zu schaffen, als wenn wir nur Land vermietet hätten. Wir sind bestrebt, mehr Möglichkeiten zu finden, um für unsere Investoren wertorientierte Projekte und Initiativen zu entwickeln“, so E.Kiudulas.

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